Heute hü, morgen hott: Aufgeschreckt durch einen Presseartikel möchte die schwarz-gelbe Opposition heute die methodische Wahlfreiheit der LehrerInnen beschränken, morgen bei der Schulgesetzdebatte wird sie mehr Wahlfreiheit fordern.
Im wissenschaftlichen Diskurs gibt es einige kritische Stimmen zum Konzept „Lesen durch Schreiben“. So eindeutig wie Schwarz-Gelb es gerne hätte, ist allerdings weder die Unterlegenheit dieser Methode noch die Überlegenheit anderer Methoden belegt.
Spätestens seit der Veröffentlichung der Hattie-Studie wissen wir, dass es weniger die Methoden und die Strukturen sind, die die Leistungsunterschiede ausmachen, sondern dass es vor allem auf die Lehrkräfte ankommt. Unterrichtsmethoden können folglich – auch bei empirischen Untersuchungen – immer nur so gut oder schlecht sein, wie die Lehrpersonen, die sie unterrichten.
Kaum eine Schule benutzt das Konzept „Lesen durch Schreiben“ in Reinform. Häufig wird vor allem die Anlauttabelle als Werkzeug für das lautorientierte Schreiben genutzt. Wenn die schwarz-gelbe Opposition die Anlauttabelle verbieten möchte, müssten etliche Schulbücher geschwärzt werden.
Fraktion SH

